Gott und das Übel

Proseminar im Wintersemester 2004 am Philosophie-Department der Universität München

Spricht das Übel in der Welt, z.B. das Leid, dagegen, daß es einen Gott gibt? Und wenn ja, wie sehr? Wieso verhindert Gott, wenn es einen gibt, nicht alles Übel? Diese Fragen werden wir zu beantworten suchen. Das Ziel wird es dabei sein zu trainieren, philosophische Auffassungen zu entwickeln und zu verteidigen. Methoden philosophischen Forschens und das Schreiben von philosophischen Aufsätzen werden wir einüben. Die im Proseminar gelesene Literatur wird hauptsächlich aus der zeitgenössischen Debatte (auch "analytische Religionsphilosophie" genannt) stammen.

Dozent: Dr. phil. Dr. theol. Daniel von Wachter (herunterladbare Veröffentlichungen)

Universität München, Institut für Philosophie, Lehrstuhl III,
Daniel von Wachter, Tel. 3266 8066; Büro 2180-4163, Theresienstr. 39 B, Zimmer 201. Sprechstunde nach Vereinbarung. Für Fragen stehe ich per E-Post oder Telephon zur Verfügung.

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Epostliste

Es gibt eine Epostliste (bei Majordomo beim LRZ) für diese Lehrveranstaltung, über die Information verbreitet wird und über die die Teilnehmer kommunizieren können. Bitte tragen Sie sich in diese Liste so bald wie möglich ein, indem Sie eine Nachricht mit dem Text "subscribe wachter-lv1" an majordomo@lists.lrz-muenchen.de schicken, z.B. indem Sie hier klicken. Die Nachricht muß eine Nur-Text-Email sein, darf also nicht im HTML-Format (auch "Rich-Text" genannt) sein! Tragen Sie sich auch ein, wenn Sie noch nicht sicher wissen, ob Sie das Proseminar besuchen wollen. Sie können sich jederzeit selbsttätig wieder aus der Liste austragen.

Allgemeines

Erste Sitzung am Dienstag, den 19. Oktober 2004, 9-11h, Raum 348, Hauptgebäude 2. OG. Letzte Sitzung 2. Februar 2005.
Nächstes informelles Treffen am Montag, den 20. Dezember, um 20h im Wirtshaus Atzinger, Schellingstraße.

Keine Sitzungen am 7. und am 14. Dezember 2004. Dafür findet eine Sitzung am Mittwoch, den 15.12. 9-11h, in Raum 348, statt.

Bitte sehen Sie regelmäßig auf diese Seite, sie wird regelmäßig aktualisiert werden.

Bitte lesen Sie zur Einführung: Richard Swinburne, Is There A God? (OUP 1996).

Kopiervorlage: Eine Kopiervorlage mit Texten für das Seminar (Inhaltsverzeichnis hier) liegt ab 19.10. für Sie im Kopierladen in der Amalienstraße 75 bereit. Bitte erwerben Sie die Kopien. Siehe auch unten die zum Kauf empfohlenen Bücher. Bitte kaufen Sie sich zumindest (z.B. im Internet oder bei Buchhandlung Hueber, so bald wie möglich):
Swinburne, Richard. 1998. Providence and the Problem of Evil. Oxford: Clarendon.

Powerpoint-Dias

Die Powerpoint-Dias von jeder Sitzung werden hier zum Herunterladen bereitgestellt. (Die einzelnen Dateien werden nötigenfalls erweitert. Sie müssen also ggf. Deteien neu herunterladen.) Wer Powerpoint nicht hat, kann sich kostenlos den Powerpoint Viewer von hier oder von Microsoft.com herunterladen.

Leistungsanforderungen und Konzeption

Es besteht grundsätzlich Anwesenheitspflicht. Entschuldigungen bitte an kontaktATvon-wachter.de schicken. Fehlen aus schlechtem Grund ist unerwünscht, aber ein bis maximal zweimal möglich. Entschuldigung ist auch bei schlechtem Grund, ohne Angabe des Grundes, nötig. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten.

Für jede Sitzung ist ein Text von ca. 20 Seiten als Pflichtlektüre aufgegeben. Bitte bringen Sie diese Texte stets in die Sitzungen mit.
Weitere Texte werden angegeben, deren Lektüre zur Vertiefung empfohlen wird.

Für den Erwerb eines Scheines sind zwei Aufsätze zu schreiben. Der erste (max. 2000 Wörter) ist bis Weihnachten 2004 abzugeben, der zweite (max. 3000 Wörter) bis zum Semesterende (oder in begründeten Ausnahmefällen bis Gründonnerstag 2005). (Einreichen per E-Post ist möglich. Format Winword, rechts 5 cm Rand lassen. Seitenzahlen. Zeilenabstand 1,5.) Bei der Benotung hat in der Regel der erste Aufsatz ein Gewicht von 40%, der zweite von 60%. Wiederholte Unkenntnis der Pflichttexte in den Sitzungen kann zu einer Abwertung der Gesamtnote führen; besondere Leistungen in den Sitzungen können zu einer Aufwertung der Gesamtnote führen.

Die Aufsätze sollen den Ratschlägen zum Schreiben eines philosophischen Aufsatzes folgen (oder aus guten Gründen von ihnen abweichen) und in der beschriebenen Weise eine gegebene philosophische Frage beantworten und nichts Überflüssiges enthalten. Themenvorschläge und Literaturangabe werden unten zu finden sein.

Es gibt drei Arten, an dem Seminar teilzunehmen: 1. Aktive Teilnahme mit Scheinerwerb, 2. Aktive Teilnahme ohne Scheinerwerb, 3. Passive Teilnahme, ohne wöchentliches Studium der Pflichttexte. Wer die dritte Möglichkeit wahrnehmen möchte, möge diese dem Seminarleiter möglichst bald, spätestens aber am 30. Oktober 2004 mitteilen. Für alle anderen Teilnehmer ist die Lektüre zumindest der Pflichttexte unabdingbar. Es wird empfohlen, am Anfang des Semesters zu beschließen, an welchen Lehrveranstaltungen man teilnimmt, und diesem Beschluß bis zum Ende des Semesters treu zu bleiben.

Viele der Texte, mit denen wir uns befassen werden, werden auf englisch sein. Das sollte Sie nicht abschrecken, denn wenn Ihr Englisch dazu noch nicht gut genug ist, wird es Zeit, daß Sie es verbessern. Ansonsten werden wir uns aber um die deutsche Sprache bemühen.

Referate von Studenten wird es nur einige wenige geben. Die meisten Sitzungen werden aus Diskussion und Vortrag bestehen. Im Unterschied zu einer Vorlesung werden die Vorträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, sondern hauptsächlich dazu dienen, die Diskussion anzustoßen und zu strukturieren, einen Überblick über das betreffende Problemfeld zu geben und einzelne Punkte aus den Texten aufzugreifen. Lektüre der Texte ist daher für die Teilnahme notwendig.

In dieser Lehrveranstaltung werden Sie angehalten, Ihre eigene Auffassung zu entwickeln (dabei aber offenen Geistes zu bleiben). Der Dozent wird oft seine eigene Auffassung verteidigen, Sie sollen dann dagegen argumentieren. Natürlich können Sie jede mögliche Auffassung verteidigen (wenn Sie wollen, auch eine andere als die Ihre), z.B. Theismus, Atheismus, das Übel spricht gegen die Existenz Gottes, es tut es nicht, etc.

Das philosophische Lesen von philosophischen Texten

Themen für Aufsätze

Beschreibung der einzelnen Sitzungen (13 Sitzungen)

Wenn keine "weitere Lektüre" speziell angegeben ist, suchen Sie sich aus der Kopiervorlage und aus der unten angegebenen Literature weitere Lektüre aus.

19.10.2004

Einführung; Rationalität einer Überzeugung; Anleitung zum Schreiben eines Aufsatzes

26.10.

Pflichtlektüre: Nelson Pike, "Hume on Evil", in Rowe ed, Kap. 4.

Weitere Lektüre:

2.11.

Pflichtlektüre: Alvin Plantinga, God, Freedom, and Evil, S. 7-64 (auch in Kopiervorlage)

Weitere Lektüre:

9.11.

Pflichtlektüre: Rowe, William L. 1979. 'The Problem of Evil and Some Varieties of Atheism'. American Philosophical Quarterly.

Weitere Lektüre:

16.11.

Pflichtlektüre:Swinburne, Richard, 1998, Providence, and the Problem of Evil, Kap. 1.

Weitere Lektüre:

23.11.

Pflichtlektüre: Wykstra, S. J. 1984. "The Humean Objection to Evidential Arguments from Suffering: On Avoiding the Evils of 'Appearance''. International Journal for Philosophy of Religion. Dazu: Swinburne 1998, S. 14-29.

Weitere Lektüre:

30.11.

Pflichtlektüre: Alston, William P. 1996. 'The Inductive Argument from Evil and the Human Cognitive Cognition'. In The Evidential Argument from Evil, edited by D. Howard-Snyder. Indiana University Press.

Weitere Lektüre:

7.12. und 14.12 entfallen!

Mittwoch, 15.12.04, 9-11h, Raum 348

Pflichtlektüre: Swinburne, Richard, 1998, Providence, and the Problem of Evil, Kap. 7.

Weitere Lektüre: Kapitel 1-6!

Dienstag, 21.12.

Pflichtlektüre: Swinburne, Richard, 1998, Providence, and the Problem of Evil, Kap. 8.

Weitere Lektüre:

11.1.2005

Pflichtlektüre:Swinburne, Richard, 1998, Providence, and the Problem of Evil, Kap. 9.

Weitere Lektüre:

18.1.05

Pflichtlektüre:Swinburne, Richard, 1998, Providence, and the Problem of Evil, Kap. 10.

Weitere Lektüre:

25.1.05

Pflichtlektüre:Tracy, Thomas M. 1992. 'Victimization and the Problem of Evil'. Faith and Philosophy.
Swinburne, Richard, 1998, Providence, and the Problem of Evil, Kap. 12.

Weitere Lektüre:

1.2.05

Pflichtlektüre: Norbert Hörster, 1985, "Die Unlösbarkeit des Theodizee-Problems"

Weitere Lektüre:

Literatur

Information zu Bibliotheken hier.
Hier liegt eine Endnote-Bibliographie (uebel.enl) mit Büchern zu diesem Proseminar mit Signaturangaben für unsere Bibliothek.

Zur Einführung lesen!

Swinburne, Richard. 1996. Is There A God? Oxford UP.

Wichtige Bücher und Sammelbände, zum Kauf empfohlen

Internetressourcen

Textsammlungen zur Religionsphilosophie (stehen unter Signatur CC8500)

Alle diese Sammlungen haben Kapitel und auch Einführungen zum Problem des Übels, deren Lektüre ich empfehle.

Einführungen in die Religionsphilosophie

Weitere Texte

Hick bietet einen Überblick über die historischen Zugänge. Wykstra und Alston sagen, wir sollten nicht erwarten, die Gründe zu kennen, aus denen Gott die Übel zuläßt. Rowe und Draper behaupten, daß das Übel Gottesglauben unvernünftig macht. Plantinga contra Mackie streiten sich über den freien Willen und das logische Argument. Swinburne entwickelt eine Verteidigung mit höheren Gütern und mein, natürliche Übel seien nötig für die Möglichkeit, Wissen zu erlangen. Brown, Stump und MM Adams sind mehr theologisch ausgerichtet. Tracy sagt, Gott muß ein Leben nach dem Tod geben. Schellenberg argumentiert, daß Gott nicht existiert, weil er seine Existenz sonst offensichtlicher machte.