Glaube & Vernunft

Proseminar im Sommersemester 2005 am Philosophie-Department der Universität München

Dozent: Dr. phil. Dr. theol. Daniel von Wachter (herunterladbare Veröffentlichungen)

Universität München, Institut für Philosophie, Lehrstuhl III,
Daniel von Wachter, Tel. 3266 8066; Büro 2180-4163, Theresienstr. 39 B, Zimmer 201. Sprechstunde nach Vereinbarung. Für Fragen stehe ich per E-Post oder Telephon zur Verfügung.

Information

Erste Sitzung: Dienstag, 12. April 2005, 9h, LMU Hauptgebäude, 2. OG, Raum 348; letzte Sitzung 12. Juli.

Am Donnerstag, 12.5.05, 20.00h, informelles Treffen im Wirtshaus Atzinger, Schellingstraße 9.

Es entfällt die Sitzung am 14.6.05. Der 17.5. ist vorlesungsfrei.

Bitte sehen Sie regelmäßig auf diese Seite, sie wird regelmäßig aktualisiert werden.

Kopiervorlage: Eine Kopiervorlage mit Texten für das Seminar (Inhaltsverzeichnis hier) liegt ab 12.4. für Sie im Kopierladen in der Amalienstraße 75 bereit. Bitte erwerben Sie die Kopien und bringen Sie in jede Sitzung die relevanten Texte mit.

Powerpoint-Dias

Die Powerpoint-Dias von jeder Sitzung werden hier zum Herunterladen bereitgestellt. (Die einzelnen Dateien werden nötigenfalls erweitert. Sie müssen also ggf. Deteien neu herunterladen.) Wer Powerpoint nicht hat, kann sich kostenlos den Powerpoint Viewer von hier oder von Microsoft.com herunterladen.

Beschreibung des Themas der Lehrveranstaltung

Was ist Glaube? Was ist Vernunft? Manche meinen, ein religiöser Glaube sei grundsätzlich nicht eine Sache der Vernunft. Wir werden aber der in der gegenwärtigen Religionsphilosophie viel diskutierten Frage nachgehen, unter welchen Umständen ein religiöser Glaube vernünftig wäre. Kann jemandes Überzeugung, daß Gott existiert, vernünftig sein, auch wenn er keine guten Argumente für die Existenz Gottes hat? Was ist das Verhältnis von Wissenschaft und Glaube? Können (wie Alvin Plantinga meint) die zu einem religiösen Glauben gehörigen Überzeugungen Wissen sein? Weitere Themen werden sein: Pascals Wette, "reformed epistemology", Offenbarung.

Die im Proseminar gelesene Literatur wird hauptsächlich aus der zeitgenössischen Debatte (auch "analytische Religionsphilosophie" genannt) stammen.

Wir werden in dieser Lehrveranstaltung trainieren, philosophische Auffassungen zu entwickeln und zu verteidigen. Methoden philosophischen Forschens und das Schreiben von philosophischen Aufsätzen werden wir einüben. Einzeltutorien können arrangiert werden.

Epostliste

Es gibt eine Epostliste ("wachter-lv1", bei Majordomo beim LRZ) für diese Lehrveranstaltung, über die Information verbreitet wird und über die die Teilnehmer kommunizieren können. Bitte tragen Sie sich in diese Liste so bald wie möglich ein. Zum Eintragen (und auch zum selbsttätigen Abbestellen) bitte hier klicken (oder hier klicken und den entstehenden E-Brief im Format Nur-Text (nicht HTML) wegschicken und den daraufhin empfangenen E-Brief mit dem Betreff "confirmation for subscribe chips" beantworten). Tragen Sie sich auch ein, wenn Sie noch nicht sicher wissen, ob Sie das Proseminar besuchen wollen.

Leistungsanforderungen und Konzeption

Es besteht grundsätzlich Anwesenheitspflicht. Entschuldigungen bitte an kontaktATvon-wachter.de schicken. Fehlen aus schlechtem Grund ist unerwünscht, aber ein bis maximal zweimal möglich. Entschuldigung ist auch bei schlechtem Grund, ohne Angabe des Grundes, nötig. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten.

Für jede Sitzung ist ein Text von ca. 20 Seiten als Pflichtlektüre aufgegeben. Bitte bringen Sie diese Texte stets in die Sitzungen mit.
Weitere Texte werden angegeben, deren Lektüre zur Vertiefung empfohlen wird. Beginnen Sie umgehend nach der Sitzung mit der Arbeit an der Pflichtlektüre für die nächste Sitzung.

Für den Erwerb eines Scheines sind zwei Aufsätze zu schreiben. Der erste (max. 2000 Wörter) ist bis spätestens 11.6.05 abzugeben, der zweite (max. 3000 Wörter) bis 30.7.05 (oder in begründeten Ausnahmefällen bis 13.8.05). (Einreichen per E-Post ist möglich. Format Winword, rechts 5 cm Rand lassen. Seitenzahlen. Zeilenabstand 1,5.) Bei der Benotung hat in der Regel der erste Aufsatz ein Gewicht von 40%, der zweite von 60%. Wiederholte Unkenntnis der Pflichttexte in den Sitzungen kann zu einer Abwertung der Gesamtnote führen; besondere Leistungen in den Sitzungen können zu einer Aufwertung der Gesamtnote führen.

Die Aufsätze sollen den Ratschlägen zum Schreiben eines philosophischen Aufsatzes folgen (oder aus guten Gründen von ihnen abweichen) und in der beschriebenen Weise eine gegebene philosophische Frage beantworten und nichts Überflüssiges enthalten. Themenvorschläge und Literaturangabe werden unten zu finden sein.

Es gibt drei Arten, an dem Seminar teilzunehmen: 1. Aktive Teilnahme mit Scheinerwerb, 2. Aktive Teilnahme ohne Scheinerwerb, 3. Passive Teilnahme, ohne wöchentliches Studium der Pflichttexte. Wer die dritte Möglichkeit wahrnehmen möchte, möge dies dem Seminarleiter möglichst bald mitteilen. Für alle anderen Teilnehmer ist die Lektüre zumindest der Pflichttexte unabdingbar. Es wird empfohlen, am Anfang des Semesters zu beschließen, an welchen Lehrveranstaltungen man teilnimmt, und diesem Beschluß bis zum Ende des Semesters treu zu bleiben.

Viele der Texte, mit denen wir uns befassen werden, werden auf englisch sein. Das sollte Sie nicht abschrecken, denn wenn Ihr Englisch dazu noch nicht gut genug ist, wird es Zeit, daß Sie es verbessern. Ansonsten werden wir uns aber um die deutsche Sprache bemühen.

Referate von Studenten wird es nur einige wenige geben. Die meisten Sitzungen werden aus Diskussion und Vortrag bestehen. Im Unterschied zu einer Vorlesung werden die Vorträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, sondern hauptsächlich dazu dienen, die Diskussion anzustoßen und zu strukturieren, einen Überblick über das betreffende Problemfeld zu geben und einzelne Punkte aus den Texten aufzugreifen. Lektüre der Texte ist daher für die Teilnahme notwendig.

In dieser Lehrveranstaltung werden Sie angehalten, Ihre eigene Auffassung zu entwickeln (dabei aber offenen Geistes zu bleiben). Der Dozent wird oft seine eigene Auffassung verteidigen, Sie sollen dann dagegen argumentieren. Natürlich können Sie jede mögliche Auffassung verteidigen (wenn Sie wollen, auch eine andere als die Ihre).

Themen für Aufsätze

Kann Glaube an Gott berechtigterweise basal sein?

Dazu lesen:

Kann Gotteserfahrung jemandes Gottesglauben rational machen?

Ist Pascals Wette ein guter Grund dafür, Christ zu werden? (Oder: Ist Pascals Wette erfolgreich?)

Was ist Glaube? (Oder: Was ist christlicher Glaube?, Oder: Was ist unter Glaube zu verstehen?)

Das philosophische Lesen von philosophischen Texten

Plan

Termine

12.,19.,26. April; 3.,10.,17.,24.,31. Mai; 21.,26. Juni; 5.,12. Juli

12.4.2005: Einführung

19.4. Gerechtfertigter Glaube ohne Argumente

Pflichtlektüre: Plantinga, Alvin: "Ist der Glaube an Gott berechtigterweise basal?", in Jäger. Die in der Kopiervorlage fehlenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Weitere Lektüre:

26.4. Epistemische Rechtfertigung

Pflichtlektüre: Richard Swinburne: Epistemic Justification, Kap. 1.

Weitere Lektüre:

3.5.

Pflichtlektüre: Richard Swinburne: Epistemic Justification, Kap. 1. Gründlich!

Wiederholen:

10.5.2005

Pflichtlektüre: Alston: "Religiöse Erfahrungen und religiöse Überzeugungen"

Weitere Lektüre: Alston: Perceiving God

Donnerstag, 12.5.05, 20.00h, Informelles Treffen im Wirthaus Atzinger, Schellingstraße 9

17.5.2005 Vorlesungsfrei

24.5.2005

Pflichtlektüre: P. Quinn: "Auf der Suche nach den Fundamenten des Theismus"

Weitere Lektüre:

31.5.2005

Pflichtlektüre: Plantinga, Alvin, 2000: "Warranted Belief in God", in Stump.

Weitere Lektüre:

7.6.2005

Pflichtlektüre: Swinburne, Richard, 2001, "Plantinga on Warrant".

Weitere Lektüre:

Am 14.6.2005 keine Sitzung!

21. und 28. Juni 2005: Was ist Glaube?

Pflichtlektüre:Swinburne, Richard. 1981. Faith and Reason. Oxford: Clarendon, Kap. 4.

Weitere Lektüre:

5. und 12. Juli 2005: Pascals Wette

Pflichtlektüre:

Weitere Lektüre:

?

Pflichtlektüre:

Weitere Lektüre:

Literatur

Information zu Bibliotheken hier.

Eine gute Einführung in die Religionsphilosophie ist: Richard Swinburne, Is There A God? (Oxford University Press 1996).

Zwei Texte von Immanuel Kant und Friedrich Schleiermacher finden Sie hier.

Bücher

Aufsätze

Viele Texte finden sich auf den hier genannten Seiten; die meisten davon sind pro-christlich. Atheistische Texte finden sich bei infidels.org.

Textsammlungen zur Religionsphilosophie (stehen unter Signatur CC8500)

Alle diese Sammlungen haben Kapitel und auch Einführungen zum Thema Glaube & Vernunft.

Einführungen in die Religionsphilosophie