Vernachlässigte deutsche philosophische Texte sind nun als Digitalisate (Scans) zugänglich

Die Philosophiegeschichte, die nach dem zweiten Weltkrieg die Philosophie in Deutschland weitgehend ersetzte, hat ein verzerrtes Bild der deutschen Philosophie gezeichnet. Zum Beispiel hat sie vielfach von der deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts den Eindruck vermittelt, daß sie vor allem aus dem deutschen Idealismus und Nietzsche, Schopenhauer und Feuerbach bestünde. Kaum erwähnt werden hingegen Hermann Lotze, Bernard Bolzano und Franz Brentano, die aber sicher zu den einflußreichsten und wissenschaftlich besten deutschen Philosophen ihrer Zeit gehören. Lotzes Schriften wurden nach Erscheinen umgehend ins Englische übersetzt und in England und den USA verbreitet. Wurden Vertreter bestimmter Positionen besonders hervorgehoben und andere verdrängt? Nach der gängigen Lehre steht ab dem 18. Jahrhundert, im sog. „Zeitalter der Aufklärung“, „im Mittelpunkt des Denkens ... nicht mehr wie im 16. Jahrhundert das Sein und seine obersten Bestimmungen, sondern der Mensch, sein Wesen und seine Bedürfnisse. Die vornehmste Wissenschaft ist jetzt nicht mehr die Theologie oder die Metaphysik, sondern die Lehre vom Menschen.“ (Raffaele Ciafardone, Die Philosophie der deutschen Aufklärung, Verlag Reclam, 1983, S. 15) Hat man, um diese Sicht vertreten zu können, etwas nachgeholfen und diejenigen Texte und Philosophen, die sich diesem Schema widersetzen, mit Mißachtung bestraft? Wie dem auch sei, diese Seite will dazu dienen, den Zugang zu weniger bekannten deutschen philosophischen Texten zu erleichtern.

Dank der Digitalisierung sind viele philosophische Bücher heute frei im Internet verfügbar. HIER ist eine Liste mit herunterladbaren Texten, welche vergessene philosophische Erkenntnisse erhalten und die philosophische Forschung in Deutschland anregen könnten. Für die Funktion der Suchfunktionen darf im Internetnavigator Java-Script nicht ausgeschaltet sein. Unten einige Hinweise, wie Sie an der Erweiterung der Liste mitarbeiten können. Die Liste enthält natürlich nicht nur vernachlässigte, sondern auch bekanntere Texte.

Die reichsten Quellen gescannter philosophischer Bücher sind derzeit Google Books und Archive.org (sehen Sie sich auch einmal die anderen Projekte an). Suchen Sie in der "Advanced Search" im Feld "Titel" z.B. nach "Metaphysik", "Philosophie", "Ethik", "Seele", "Religionsphilosophie" oder "Philosophie der Gegenwart", oder im Feld "Autor" mit dem Nachnamen (nötigenfalls außerdem Vornamen) eines Autors.

Hinweise zum Herunterladen von Archive.org

Hinweise zum Herunterladen von Google Books

Weitere Quellen digitalisierter Bücher

Zusammenfassung: Um philosophische Digitaliste zu suchen, empfehle ich zu suchen in: Archive.org, Google (am besten mit Proxy in USA), BSB, Early Modern Thought Online, dilibri.

Digitalisate kaufen kann man relativ günstig bei Philosophiebuch.de. Facsimile-Nachdrucke gibt es bei Elibron.com und anderen, über Amazon.de oder Amazon.com vertreibende Verlage.

Zur Liste herunterladbarer deutscher philosophischer Bücher.
Hier wird demnächst auch eine Liste englischer herunterladbare philosophischer Bücher sein.

Wie können Sie an der Erweiterung dieser Liste mitarbeiten?

1. Laden Sie philosophische Texte von Google-Books oder anderswo herunter oder scannen Sie selbst welche und laden Sie diese auf Archive.org hoch. Drei Gründe dafür: Erstens funktioniert die Buchsuche auf Google schlecht. Zweitens verschwinden Bücher manchmal von Google-Books, und vielleicht wird Google das kostenlose Herunterladen von Büchern unmöglich machen. Drittens können viele Bücher auf Google-Books nur in den USA heruntergeladen werden. Hinweise zum Hochladen von Büchern auf Archive.org:

2. Fügen Sie Texte, die auf Archive.org liegen, zu dieser Liste hinzu. Diese Liste beruht auf dieser Bibtex-Datei, die mit Jabref erstellt wurde. HIER ist eine Muster-Bibtex-Datei. (Sie können diese Jabref-Einstellungen verwenden: Kodierung ISO8859_1, zusätzliche Felder "url2", "note") Tragen Sie Titel in diese Datei ein und schicken Sie sie mir an epost@abc.de (ersetze "abc" durch "von-wachter"). Ich werde sie dann zur Hauptdatei und zur im Internet veröffentlichten Liste hinzufügen. Hinweise zur Bibtex-Datei:

Hinweise auf einzelne Philosophen

Reichhaltige Informationen zu unbekannten deutschen Philosophen findet man oft in der Allgemeinen Deutschen Biographie, in deutsche-biographie.de, in Wikipedia,in Eislers "Philosophen-Lexikon" sowie bei Wikisource, wo man manchmal auch Verweise auf Digitalisierungen findet. Zur Geschichte der Ontologie und zur Protestantischen Scholastik siehe ontology.co (Empfohlene Seiten: metaphysics (bibliography), Suárez, history, ontologists 1560-1770). Über einiges berichtet auch Karl Vorländers Geschichte der Philosophie (1902) (auch auf zeno.org, wo HIER ein Inhaltsverzeichnis der philosophischen Texte ist). Einige Werke sind auch auf zeno.org. „18th Century German Philosophy Prior to Kant“ (SEP). Weitere Informationen: Biographies und Timeline in Kant in the Classroom; Philosophengalerie (Leitseite); SFB Frühe Neuzeit Uni München;

Weitere Literaturlisten

Zu vielen Themen finden Sie auf Information-Philosophie.de Literaturlisten mit alten deutschen Texten.

Muellerscience.com bietet eine Literaturliste mit vorwiegend deutschen alten Texten zum Leib-Seele-Problem. Siehe auch Information-Philosophie.de ( Fortsetzung). Weitere, englische, vorwiegend neuere Texte finden Sie auf Newdualism.org.

Wolffianer

Siehe unten. Dort auch Kritiker von Leibniz und Wolff.

Kantianer und Kant Nahestehende

Wikipedia, Phillex. Vgl. Tennemann, 1829, Grundriss der Geschichte der Philosophie, §338, S. 479.

Raymond Aron; Bruno Bauch; Friedrich Eduard Beneke; Lion Brunschwigg; Ernst Cassirer; Hermann Cohen; Georg Cohn; Hans Cornelius; Kuno Fischer; Jakob Friedrich Fries; Hermann von Helmholtz; Richard Hönigswald; Ludwig Heinrich Jakob; Hans Kelsen; Wilhelm Traugott Krug; Friedrich Albert Lange; Otto Liebmann; Jürgen Bona Meyer; Paul Natorp; Robert Reininger; Heinrich Rickert; Alois Riehl; Friedrich Adolf Trendelenburg; Robert Hans Vaihinger; Karl Vorländer; Christian Hermann Weisse; Wilhelm Windelband; Eduard Zeller.

Positivisten und Nahestehende

Alfred Jules Ayer; Richard Avenarius; Rudolf Carnap; Herbert Feigl; Philipp Frank; Kurt Gödel; Hans Hahn; Carl Gustav Hempel; Victor Kraft; Ernst Mach; Otto Neurath; Willard Van Orman Quine; Hans Reichenbach; Moritz Schlick; Adolph Stöhr; Alfred Tarski; Friedrich Waismann.

Hegelianer

Wikipedia:

Hegelianismus aus cpw-online.de

Bekennende evangelische Philosophen

Siehe Angaben bei den einzelnen Einträgen unten. Ein Großteil der deutschen Philosophen zwischen 1570 und 1770 war bekennend evangelisch. Danach nimmt die Zahl derjenigen Philosophen zu, die, wenn auch Mitglied einer evangelischen Kirche, nicht mehr an die christliche Lehre glauben.

Bekennende römisch-katholische Philosophen

[Zu ergänzen.]

Philosophen, die Freimaurer oder Illuminaten waren

(Die umfangreichsten verlässlichen Listen von Mitgliedern des Illuminatenordens sind: Hermann Schüttler, Die Mitglieder des Illuminatenordens 1776-1787/93; T. Melanson, 2009, Perfectibilists: The 18th Century Bavarian Order of the Illuminati.

Jacob Friedrich von Abel (Name im Illuminatenorden: Pythagoras); Andreas Böhm (1720-1790) (F: Zu den drey Löwen, Marburg); Johann Georg Heinrich Feder (I); Johann Gottlieb Fichte (Freimaurerloge: Günther zum stehenden Löwen); Christian Garve (F: Friedrich zum goldenen Zepter); Georg Friedrich Wilhelm Hegel (I 1830?); Johann Gottfried Herder (F: Zum Schwert (Riga), I: Damasus Pontifex); Friedrich Heinrich Jacobi (I); Wilhelm Traugott Krug (F: Minverva zu den drei Palmen); Carl Leonhard Reinhold (I: 1783, Decius, F: 1783 Zur wahren Eintracht, 1786 Zur Wahrheit, 1809 Amalia); Wolfgang Stegmüller (F: Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland); Adam Weishaupt (I; F: Zur Behutsamkeit), Christian von Wolff (1679-1754) (F?).

Einzelne Autoren

Chronologisch nach Geburtsdatum geordnet.

Rudolf Göckel (Rudolph Goclenius, Rudolphus) (1547-1628)

Evangelischer Philosoph. Wikipedia. ADB. Zedler. Verwendet in seinem Lexicon philosophicum (1613) die Bezeichnung „Ontologie“ sieben Jahre nach Lorhard. Bespricht in Isagoge in primam philosophiam (1598) verschiedene Einteilungen der Metaphysik und der Wissenschaften. Schon 1562 hatte der spanische Jesuit Benito Pereira (1535-1610 die Unterscheidung zwischen Metaphysica generalis und specialis getroffen. (Siehe Jeffrey Coombs, „Goclenius“, Handbook of Metaphysics and Ontology.) G. bevorzugt die Unterscheidung zwischen allgemeinem und einzelnem Wissen. Jenes ist „Erste Philosophie“ zu nennen, dieses ist zu unterteilen in Übernatürliches (Gott) und Natürliches. Perera rechnete zur speziellen Metaphysik nur die Theologie („Spiritologie“) und die Psychologie, Wolff nur die Theologie, die Psychologie und die Kosmologie.

Nicolaus Taurellus (eigentlich Nikolaus Öchslin/ Öchslein) (1547-1606)

Evangelischer Philosoph, auch Mediziner und Physiker. „Non quis dicat, sed quid dicat curemus.“ Wohl das erste Buch eines Protestanten, das den Namen der Metaphysik im Titel trägt: Philosophiae triumphus, hoc est metaphysica philosophandi methodus (1573). Theses Philosophicae, De Ortu Rationalis Animae (1596). ADB. Wikipedia.

Suárez, Francisco (1548-1617)

Spanischer katholischer Philosoph. Die Veröffentlichung seiner Disputationes metaphysicae 1605 in Mainz regte viele deutsche Philosophen an.

Jakob Lorhard (Jacobus Lorhardus) (1561-1609)

Evangelischer Philosoph. Urheber der Bezeichnung „Ontologie“ 1606 (siehe ontology.co.)

Timpler, Clemens (1563/4-1624)

Evangelisch-reformierter Philosoph.

Daniel Cramer (1568-1637)

War wohl der erste deutsche Protestant, der ein Metaphysik-Lehrbuch schrieb: Isagoge in Metaphysicam Aristotelis (1594). Er will zur ursprünglichen Lehre des Aristoteles zurückkehren. Wikipedia.

Cornelius Martini (1568-1621)

Evangelischer Philosoph.

Jakob Martini (1570-1649)

Evangelischer Philosoph.

Bartholomäus Keckermann (1572-1608)

Evangelisch-reformierter Philosoph und Theologe.

Grotius, Hugo (1583-1645)

Evangelischer Philosoph. SEP. Wikipedia.

Christian Matthiae (1584-1655)

Evangelischer Philosoph. Wikipedia.

Johann Heinrich Alsted, (1588 - 1638)

Calvinistischer Philosoph.

Christoph Scheibler (Christophorus Scheiblerus) (1589-1653)

Evangelischer Philosoph. Professor für Logik und Metaphysik in Gießen. Bekannt als der „protestantische Suarez“. Opus logicum 1613-1620. Opus metaphysicum 1617 in zwei Bänden. Wikipedia. Galerie. ADB. DB.

Johannes Maccovius (Jan Makowski, Makowsky, Maslowsky, Johann) (1588-1644)

Polnischer evangelisch-reformierter Philosoph und Theologe. Wikipedia.

Georg Gutke (1589-1634)

Evangelischer Philosoph.

Caspar Ebel (auch: Kaspar, Ebelius) (1595-1664)

Evangelischer Philosoph. Schüling, 1971, „Caspar Ebel, ein Philosoph der lutherischen Spätscholastik“, Wikipedia.

Ioannes Micraelius (Johannes Lütkeschwager) (1597-1658)

Evangelischer Philosoph. Wikipedia, ADB, sfb-frueheneuzeit, Ostdeutsche-biographie.de. Einige meinen, er habe in seinem Lexicon philosophicum 1653 die Unterscheidung zwischen Metaphysica generalis und Metaphysica specialis eingeführt (ontology.co). Doch diese gabe es vorher nicht nur bei Rudolf Goclenius (vielleicht auch Christoph Scheibler (ontology.co) und Jacob Lorhard), sondern schon bei dem spanischen Jesuiten Benito Pereira (1535-1610) 1562.

Calov, Abraham (1612 - 1686)

Clauberg, Johannes (1622-1665)

Pufendorf, Samuel (1632-1697)

Leibniz, Gottfried Wilhelm (1646-1716)

Ciafardone schreibt über Leibniz: „Sein Denken stellt das letzte große philosophische System des 17. Jahrhunderts dar und ist der Versuch, die philosophische und religiöse Tradition mit der modernen Naturwissenschaft zu versöhnen.“ Danach folgte gemäß C. „die Aufklärung“. Wenn C. damit meint, daß Leibniz der letzte Metaphysiker war und das letzte große philosophische System überhaupt geschaffen hat, ist dem entgegenzuhalten, daß es auch nach Leibniz kontinuierlich bis heute jede Menge kleine und große Werke und Systeme der Metaphysik gibt.

Christian, Kortholdt (1633-1694)

PRDL.

Abbadie, Jacques (1654-1727)

Wikipedia. Französicher reformierter Theologe und Philosoph. 1684: Traite de la verite de la religion chretienne.

Thomasius, Christian (1655-1728)

Gilt als der Begründer der deutschen „Aufklärung“. Hielt 1687 die erste Vorlesung auf deutsch statt auf lateinisch. Sagte, „daß die Logik, die man in Schulen und Akademien lerne, zur Erforschung der Wahrheit so viel helfe, als wenn er miteinem Strohhalm ein Schiffpfund aufheben wollte.“

Johann Eberhard Rösler (1668-1733)

ADB. Naturrecht. Verteidigt die Willensfreiheit.

Johann Conrad Creiling (1673-1752)

Kritisierte Wolffs Prinzip des zureichenden Grundes. Wikipedia

Johann Franz Budde (Ioannes Franciscus Buddeus) (1667-1729)

Theologe, Kritiker Wolffs. (Wikipedia)

Lange, Joachim (1670-1744)

BBKL, Wikipedia, Allgemeine Deutsche Biographie, Neue Deutsche Biographie..

Kritisierte Wolffs Determinismus und mechanistisches Weltbild.

Rüdiger, Andreas (1673-1731)

Ein Gegner Christian von Wolffs.

Christian Freyherr von Wolff (1679-1754)

Vorländer. Selbstschilderung.

Determinist. Bestritt die Willensfreiheit, wurde deshalb von Crusius und anderen kritisiert.

Kritiker: Johann Franz Buddeus, Samuel Clarke, Johann Conrad Creiling, Jean-Pierre Crousaz (Schweizer, 1663-1750)), Christian August Crusius, Joachim Georg Darjes, Jacob Wilhelm Feuerlin, Nicolaus Hieronymus Gundling, Adolf Friedrich Hoffmann (Lehrer Crusius'), Joachim Lange, Christoph Langhausen, Volckmar Conrad Poppo, Johann Eberhard Rösler (1668-1733), Andreas Rüdiger, Christian Friedrich Schaub (1786-1855) Daniel Strähler, Johann Gottfried Teske, Johann Georg Walch. Vgl. C.G. Ludovici: Sammlung und Auszüge der sämmtlichen Streitschrifften wegen der Wolffischen Philosophie (2 Bde.) und Entwurff einer vollständigen Historie der Wolffischen Philosophie (3 Bde.)

„Die berühmtesten Wolfianer sind: Geo. Bernh. Bilfinger oder richtiger Bülffinger b) (Prof. zu Tübingen, geb. 1693, st 1750); Ludw. Phil. Thümmig c) (geb. zu Culmbach 1697 st als Prof. zu Cassel 1728 ); unter den Theologen: Wolfs Beschützer, der Probst Jo. Gust. Reinbeck d) (geb. zu Zelle 1682, st. 1741)} Isr. Gottl. Canz e) (geb. zn Tübingen 1690, st. 1753); Job. Pet. Reusch f) (geb. zu Almersbach 1691, st. als Prof. d. Theol. zu Jena 1757), und Georg Heinr. Riebov od. Ribbov g) (geb. zu Löchau bei Göttingen 1724, st. 1774); ferner die Juristen Joh. Glieb Heineccius (geb. zu Eisenberg 1680, st. als Prof. d. R. u. preuss. geh. Rath zu Halle 1741), Joh. Adam Freih. von Ickstadt h) (geb. 1702, st 1776), Joh. Ulr. von Cramer i) (geb. zu Ulm 1706, st. 1772), und Dan. Nettelbladt k) (geb. zu Rostock 1719, st. 1791) J. J. Schierschmidt (st. als Prof. iuris in Erlangen 1778), vorzüglich aber Joh. Heinr. Winckler l) (geb. zu Leipzig 1703, st. 1770); ferner Joh. Chph. Gottsched m) (geb. bei Königsberg 1700; st. 1766 ); und die durch ihre Lehrbücher Verdienten Joh. Aug. Ernesti (geb. zu Tennstädt 1707, st. 1781); Fried. Chr. Baumeister n) (geb. 1708, st. zu Görlitz 1785); Martin Knutzen o) (st. 1751), vor allen aber Alexander Gottlieb Baumgarten (geb. 1714 zu Berlin, st. 1762 zu Frankfurt an d. O.), der sich durch scharfe Analye der Begriffe, mehrere neue Ansichten und den ersten Versuch einer Aesthetik berühmt machte p). Die Philosophie ist ihm Wissenschaft der Beschaffenheiten, die ohne Glauben erkannt werden können. Ge. Fr. Meier q) (sto. 1777 zu Halle), ein Schüler des vorigen, commentirte die Lehrbücher seines Lehrers, und führte einige spezielle Materien aus.“ (Tennemann, 1829, Grundriss der Geschichte der Philosophie, §368)

Reinbeck, Johann Gustav (1683-1741)

Dem Pietismus nahestehender Wolffianer.

August Friedrich Müller (1684-1761)

Schüler Rüdigers.

Hebenstreit, Johann Christian (1686-1756)

Evangelisch-reformierter Philosoph.

Daniel Strähler (1690-1750)

Gegner Wolffs. Wikipedia.

Christoph Langhausen (1691 - 1770)

Mathematiker und Philosoph. Verteidigt die Willensfreiheit.

Schultz, Franz Albert (1692-1763)

Wikipedia.

Keuschner, Heinrich (1693-1730)

Hermann Samuel Reimarus (1694-1768)

Wikipedia. Physikotheologischer Beweis. Deist.

Adolf Friedrich Hoffmann (1703-1741)

Schüler von Rüdiger, Lehrer des Crusius.

Johann Gottfried Teske (1704-1772)

Wikipedia. Diss. de intellectu divino

Carl Günther Ludovici (1707-1778)

Evangelischer Philosoph. Wikipedia. Hg. Sammlung und Auszüge der sämmtlichen Streitschrifften wegen der Wolffischen Philosophie; Ausführlicher Entwurff einer vollständigen Historie der Leibnitzischen Philosophie (2 Bde.); [...] Entwurff einer vollständigen Historie der Wolffischen Philosophie (3Bde).

Martin Knutzen (1713-1751)

Bibliographie, ADB, BBKL, Benno Erdmann, Martin Knutzen und seine Zeit, 1876.

Schüler: Friedrich Johann Buck (1722-1786) (Wikipedia), Johann Friedrich Weitenkampf (1726-1758), Immanuel Kant (1724-1804) (von dem Knutzen aber nicht so viel hielt)

Baumgarten, Alexander Gottlieb (1714-1762)

www.baumgarten-alexander-gottlieb.de/. Wikipedia, Wikisource. SEP „18th Century German Aesthetics

Seine Werke wurden durch seinen Schüler Georg Friedrich Meier verbreitet.

Christian August Crusius (1715-1775)

Evangelischer Philosoph. Eintrag in ADB und Wikipedia

Neben Johann Franz Buddeus wurde er zu einem der schärfsten Gegner der Philosophie Gottfried Leibniz' und Christian Wolffs. Gegen diese verfocht er eine Einheit der positiven Offenbarung und der Vernunft und lehnte den ontologischen Gottesbeweis ab. Crusius bestritt Leibniz' und Wolffs Determinismus.

Schüler und Anhänger: Daniel Weymann (1732-1795), August Wilhelm Wlochatius (1744-1815), Friedrich Johann Buck (1722-1786), Justin Elias Wüstemann (1723-1762)

Julius Elias Wüstemann, 1757, Einleitung in das philosophische Lehrgebäude des H. D. Crusius, Google.

Beck [ein Kantianer], 1969, Early German Philosophy: „Crusius was the most important critic of Wolff to work within the general scholastic framework of logic and ontology as cognate sciences.“ (394) „Crusius was the most systematic and profound of the philosophers belonging to the Thomasian-Pietistic tradition of opposition to Wolff. ... Crusius' works constitute a thoroughly scholastic edifice, with definitions in bold-faced type and proofs backed up by many cross-references, so that a page of Crusius looks like a page of Wolff. But in fact Crusius is opposing almost all the characteristic doctrines of Wolff. ... His close adherence to Pietism at a time when neology and orthodoxy were replacing it prevented him from exercising the influence which would have been his twenty years earlier.“ „Professors in Prussian universities were forbidden by von Zedlitz [in 1775] to lecture from Crusian textbooks.“ (395)

Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

Wikipedia. Dichter und Moralphilosoph.

Georg Friedrich Meier (1718-1777)

Schüler Baumgartens. Lehnt sich an Wolff an. Schrieb auf deutsch. Bekannt ist seine Ästhetik „Anfangsgründe aller schönen Künste und Wissenschaften“, er hat aber auch eine vierbändige Metaphysik geschrieben. Werke bei Wikisource.

Sulzer, Johann Georg (1720-1779)

Lebensbeschreibung. Ein Anhänger Wolffs. Arbeitet über Ästhetik.

Friedrich Johann Buck (1722-1786)

Vita.

Justin Elias Wüstemann (1723-1762)

Evangelischer Philosoph. Anhänger des Crusius. Ius naturae sine Deo nullum (BSB). Einleitung in das philosophische Lehrgebäude des Herrn D. Crusius (BSB, Philosophiebuch.de)

Immanuel Kant (1724-1804)

Benedikt Stattler (1728-1797)

Katholischer Philosoph und Theologe. Kritiker Kants. Wikipedia.

Daniel Weymann (1732-1795)

Evangelischer Philosoph. Kritiker Kants. In De mundo non optimo kritisierte er Leibniz' Behauptung, es gebe eine beste mögliche Welt. Gab die Philosophische Wochenschrift heraus. Bedenklichkeiten über den Beweisgrund des Herrn Kants zu einer Demonstration des Daseyns Gottes. Vita. Schüler von Crusius.

Johannes Nikolaus Tetens (1736-1807)

Wikipedia.

Gotthilf Samuel Steinbart (1738-1809)

Naturalist.

Johann August Eberhard (1738-1809)

Angweandte Philosophie. Wikipedia.

Johann Georg Heinrich Feder (1740-1821)

Wikipedia. Kritisierte den Kantschen Idalismus. Seit 1782 Mitglied der Freimaurerloge „Auguste zu den drei Flammen“ in Göttingen.

Christian Garve (1742-1798)

Popularphilosoph. „Aufklärer“. Mitglied der Freimaurerloge „Friedrich zum goldenen Zepter“.

Johann Christian Lossius (1743-1813)

Wikipedia: „In seiner Schrift Etwas über die kantische Philosophie in Hinsicht des Beweises vom Daseyn Gottes (1789) vertrat er im Unterschied zu Kant die Auffassung, dass für philosophische Begründungen einfache Schlussfolgerungen ausreichend sein dürften. Er schlug ferner vor, anstelle metaphysischer Vorgehensweisen eines Christian Wolffs und Immanuel Kants philosophische Begriffe und Ideen durch Beschreibungen im Hinblick auf neurophysiologische Veränderungen in Organen und im Zusammenhang mit konkreten Beispielen zu definieren. In diesem Sinne erschien 1808 sein vierbändiges und kenntnisreiches Werk Neues philosophisches allgemeines Real-Lexikon, dessen Definitionen mit rationalistischen kontrastierten.“ Deutsche-Biographie.de: „Seine fruchtbare litterarische Thätigkeit begann er mit "Physische Ursachen des Wahren" (1775), worin er unter Polemik gegen Basedow's "Philalethie" die Berechtigung einer Metaphysik verneinte und lediglich die logische Verknüpfung der durch "Fiberschwingungen" erzeugten Eindrücke der Außenwelt als die uns erreichbare Wahrheit zu erweisen suchte.“ „Seinem Standpunkte nach gehörte er zu jener zahlreichen Gruppe eklektischer Halb-Wolffianer, welche sich dem Locke'schen Empirismus zuneigte und nach der Richtung der englischen Deisten und des Common sense hinüberschwankte.“

August Wilhelm Wlochatius (1744-1815)

Ein Schüler des Crusius. Vita.

Ernst Platner (1744-1818)

Skeptisch.

Johann August Heinrich Ulrich (1746-1813)

Wikipedia. Determinist und Kompatibilist.

Christoph Meiners (1747-1820)

Krug, Wilhelm Traugott (* 22. Juni 1770 in Radis bei Wittenberg; gest. 13. Januar 1842)

Nachfolger Kants 1805 in Königsberg. Seit 1809 in Leipzig. Mitglied der Leipziger Freimaurerloge „Minverva zu den drei Palmen“. Suchte nach einer Alternative sowohl zum Idealismus als auch zum Realismus. Behauptete eine Verknüpfung des Seins und des Wissens im Bewusstsein als eine transzendentalen Synthese. Professorenkatalog der Univ. Leipzig.

Carl Leonhard Reinhold (1757-1823)

1772 Eintritt in den Jesuitenorden in Wien. 1774 Übertritt in den Barnabitenorden. 1780 Priesterweihe. 1781 Eintritt in die Freimaurerloge „Zur wahren Eintracht“ in Wien. 1783 Flucht nach Wien. 1784 Übertritt in eine protestantische Kirche.

Gottlob Ernst Schulze (1761-1833)

Wikipedia. Skeptiker. Kritiker Kants.

(Franz) Volkmar Conrad Poppo (auch: Volckmar) (1768-1832)

Fries, Jakob Friedrich (1773-1843)

Wikipedia.

Herbart, Johann Friedrich (1776-1841)

Wikipedia

Realist. Einer der Begründer der Pädagogik.

Bolzano, Bernard (1781-1848)

Wurde 1805 zum katholischen Prieser geweiht und wurde Professor für philosophische Religionslehre an der Universität Prag. 1819 wurde er seines Amtes enthoben. Eines der ersten philosophischen Bücher, die er las, war Baumgartens Metaphysik.

(Johann) Christian Friedrich Schaub (1786-1855)

ADB. Kritiker Wolffs.

Fichte, Immanuel Hermann (1796-1879)

Wikipedia-EN (mit Verweisen auf Digitalisate) und Wikisource (mit Verweisen auf Digitalisate); Wikipedia-DE, IEP.

Ein Sohn Johann Gottlieb Fichte's. Gründete 1837 die Zeitschrift für Philosophie und speculative Theologie (Info), Mitherausgeber sind Hermann Ulrici und Johann Ulrich Wirth; ab 1847 heißt sie Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik.

Fechner, Gustav (1801-1887)

Vorländer.

Johann Eduard Erdmann (1805-1892)

Wikipedia. Evangelisch. Rechtshegelianer und Philosophiehistoriker. Zu unterscheiden von Benno Erdmann. Werke zum Herunterladen auf Hegel.net.

Hermann Ulrici (1806-1884)

Ordentlicher Professor der Philosophie in Halle, auswärt. Mitglied der Academia di scienze e lettere di Palermo. Schrieb auch unter dem Pseudonym Ulrich Reimann. Gab mit I.H. Fichte zusammen die Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik heraus. Lebenslauf; dort wird gesagt, Ulricis Karriere war wegen seiner Kritik an Hegel langsam. Ulrici war evangelischer Christ. Verweise auf Google Books auf Wikipedia-EN. ADB, DB.

Rechnet seine Arbeit zur „wissenschaftlichen Philosophie“ (System der Logik, S. iii)

Zitat aus dem Vorwort seines Buches Gott und die Natur von 1875:

Gott ist der schöpferische Urheber der Natur und die absolute Voraussetzung der Naturwissenchaft selbst. … Ruht der Glaube an Gott auf der Wahrheit, so wird jeder neue Fortschritt in der wissenschaftlichen Erkenntnis der Natur zu einem neuen Beweise seiner Berechtigung werden, ihn bestätigen, kräftigen, erhellen müssen. Denn gibt es einen Gott im religiösen Sinne des Worts, so ist nothwendig die Natur seine erste und älteste Offenbarung. Ich habe Prüfstein angelegt, ich habe nach ihm so scharf und genau, als ich es vermochte, gemessen und gewogen; und es hat sich ergeben, daß die moderne Naturwissenschaft, weit entfernt dem Pantheismus, Materialismus und Atheismus in die Hände zu arbeiten, vielmehr in ihren Resulaten wie in ihren Grundbegriffen und Consequenzen zu der gerade entgegengesetzten Weltanschauung führt. Dieß Ergebniß habe ich wissenschaftlich darzuthun und zu begründen gesucht.

Zum philosophischen Stil:

[Ich habe die Forderungen der Wissenschaft] zu wahren gesucht, indem ich bestrebt war, die Besonnenheit, Kälte und Objectivität der wissenschaftlichen Forschung, welche nach meinem Gefühl jeden Schmuck der Drastellung verbietet, weil er ihr widerspricht, auch in Styl und Ausdruck hervortreten zu lassen. Man erwarte daher weder Schwung und Fülle noch Anmuth und Eleganz der Rede. Mein einziges Trachten in formeller Beziehung ist auf größtmögliche Klarheit, Einfachheit un angemssenheit des Ausdrucks gerichtet gewesen. Dadurch indessen glaube ich am besten derjenigen Popularität der Darstellung gedient zu haben, die allein von Werken dieser Art gefordert und erreicht werden kann."

Wirth, Johann Ulrich (1810-1879)

Wikipedia: Wirth war dem Hegelianismus in seiner Variante des spekulativen Theismus verpflichtet, wie ihn vor allem Immanuel Hermann Fichte, Hermann Ulrici und Christian Hermann Weisse vertraten. Bekannt wurde er zusammen mit Ludwig Friedrich Otto Baumgarten-Crusius, Albert Bitzius und Franz Xaver Linsenmann als einer der wenigen Gegner der Todesstrafe seiner Zeit.

Lotze, Rudolf Hermann (1817-1881)

BBKL, IEP, SEP. Verweise zu herunterladbaren Werken auch bei Wikipedia. Vorländer.
HIER einige wissenschaftliche Aufsätze zu Lotze von Nikolay Milkov

Most works by Lotze were translated into English and can be downloaded from Archive.org. Direct links are given in Wikipedia.

Lange, Friedrich Albert (1828-1875)

Neukantianer. Hatte 1870 in Zürich einen Lehrstuhl für induktive Metaphysik inne. Kritik des Materialismus in Geschichte des Materialismus (1866). Wikipedia.

Teichmüller, Gustav (1832-1888)

Hat 1860 bei Lotze in Göttingen habilitiert. Vertrat den christlichen Theismus und einen Spiritualismus. Einer seiner Schüler war R. Eucken. Projekt Teichmüller-Edition.

Wundt, Wilhelm (1832-1920)

Begründer der Psychologie. 1874 Berufung zum o. Professor für induktive Philosophie an die Universität Zürich.

Brentano, Franz von (1838-1917)

Schüler Trendelenburgs. Katholischer Priester, trat aber 1873 aus der kath. Kirche aus. Wirkte auf A. Marty (1847-1914), O. Kraus (1874-1942), A. Meinong (1853 bis 1921), A. Höfler (1853-1922), C. Stumpf (1848-1936), A. Kastil (1874-1950). Besonders hat Brentano auch auf E. Husserl gewirkt.

Deussen, Paul (1845-1919)

Mein Leben.

Eucken, Rudolf (1846-1926)

Rudolf-Eucken.de.

Stumpf, Carl (1848-1936)

Wikipedia.

Lipps, Theodor (1851-1914)

Wikipedia.

Benno Erdmann (1851-1921)

Kantforscher. Martin Knutzen und seine Zeit (1871). Zu unterscheiden von Johann Eduard Erdmann.

Husserl, Edmund (1859-1938)

Busse, Ludwig (1862-1907)

Wentscher, Max (1862-1942)

Lotze-Anhänger.

Pfänder, Alexander (1870-1941)

Wikipedia.

Scheler, Max (1874-1928)

Wikipedia.

Geiger, Moritz (1880-1937)

Wikipedia.

Jacoby, Günther (1881-1969)

Wikipedia: Neben Nicolai Hartmann gilt Jacoby als Begründer der gegen den Neukantianismus gerichteten „kritischen Ontologie“, einer Form des Kritischen Rationalismus.

Becher, Erich (1882-1929)

"Metaphysik ist die Wissenschaft vom Gesamtwirklichen; realwissenschaftliche Einzeldisziplinen haben (substantielle oder nicht-substantielle) Wirklichkeitsbestandteile zum Gegenstand." "Nach ihren Gegenständen, Methoden und Erkenntnisgrundlagen gehören Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Metaphysik als die drei großen Abteilungen der Realwissenschaften zusammen. Dabei übergreift und krönt die Gesamtrealwissenschaft die beiden Gruppen von Einzelrealwissenschaften, indem sie beider Gegenstände, Methoden und Erkenntnisgrundlagen verbindet, und indem sie sich auf die Ergebnisse der beiden stützt. Oder sagen wir, um ein anderes, altes Bild zu gebrauchen: die Metaphysik ist die Königin der Wissenschaften; aber diese Königin ist eine überzarte, seit langem kränkelnde Frau. Sie bedarf gar sehr der Unterstützung durch ihre gesund und kraftvoll entwickelten Schwestern, die Einzelrealwissenschaften. Möge die Königin der Wissenschaften, genährt mit der gesunden Speise der Erfahrung, zu der stolzen Kraft ihrer Schwestern genesen!"

Hartmann, Nicolai (1882-1950)

Wikipedia

Reinach, Adolf (1883-1917)

Wikipedia.

Conrad-Martius, Hedwig (1888-1966)

Wikipedia.

Hildebrand, Dietrich von (1889-1977)

Wikipedia.

Stein, Edith (1891-1942)

Wikipedia

Ingarden, Roman (1893-1970)

Wikipedia. SEP.