Antworten auf Einwände auf den Artikel
In vier Schritten zur Wahrheit über das Neue Coronavirus

von Daniel von Wachter

Ich weise darauf hin, daß diese Antworten schneller und daher mit weniger Sorgfalt geschrieben sind als meine Artikel.

Sterben durch das NCoV viele, die sonst nicht stürben?

Einwand: Es ist klar, dass man zum einen wissen muss, wie viele sterben, die gar keine Vorerkrankung hatten. Ebenso klar ist, dass alle aus der Statistik herausgenommen werden müssen, die offenkundig sowieso im Sterben lagen oder die höchstwahrscheinlich binnen weniger Wochen auch ohne C-Infektion gestorben wären. Aber dazwischen dürfte ein breites Band von Todeafällen liegen, wo ohne Infektion eine Lebenserwartung von sagen wir mindestens 6 Monaten wahrscheinlich ist. In diesem Fällen würde ich doch sagen, dass die Infektion einen signifikanten Anteil an den Ursachen hat. Anders gesagt: Ich würde als der Statistik nicht alle herausnehmen, die mindestens irgendeine relevante Vorerkrankung hatten. Im Idealfall würde eine Statistik hier differenziert gemacht werden müssen.

Antwort: Wir können uns die Gefährlichkeit eines Virus als das Maß vorstellen, wie viel kränker es einen Menschen macht. Dieses Maß kann man an Menschen beobachten, auf die keine anderen Faktoren wirken, die Symptome verursachen. Prüfen und verfeinern kann man das Ergebnis durch die Beobachtung anderer Fälle. Bei Gesunden mit starkem Immunsystem verursacht das NCoV keine Symptome. Bei Gesunden mit schwächerem Immunsystem verursacht es milde Symptome, d.h. welche, die keine Behandlung nötig machen. Das wird bestätigt durch die Beobachtung, daß alle „Coronatoten“ gravierende Vorerkrankungen haben. Damit ist gezeigt, daß das NCoV den Menschen nicht viel kränker macht.

Ich nehme an, daß es geschwächte Menschen gibt, die durch das NCoV gestorben sind. Sie wurden durch NCoV infiziert, haben Atemwegssymptome und dann sekundär durch Bakterien eine Lungenentzündung bekommen haben und sind gestorben. Das sind gefährdete Menschen. Jedes Virus ist der Auslöser des Todes einiger gefährdeter Menschen.

Vielleicht erhöht sich dadurch derzeit die Mortalität bei Menschen über 65 etwas. Daraus würde immer noch nicht folgen, daß das NCoV sehr gefährlich wäre, denn das NCoV trägt nur wenig zum Tod der gefährdeten Menschen bei.

Sicher ist aber nicht, daß das NCoV die Mortalität erhöht. Es kann sein, daß so geschwächte Menschen, die jetzt NCoV haben, zusätzlich Influenza A o.a. haben. Wissen wir, wie stark Influenza A derzeit ist? Die Gefährdung schwacher Menschen hängt von der Gesamtvirenlage und nicht nur von NCoV ab. Daher wieder: Wenn es eine erhöhte Mortalität bei über 65-Jährigen geben sollte, wäre es nicht richtig, dem NCoV die Schuld allein in die Schuhe zu schieben.

Übrigens wird durch den Lockdown den so Gefährdeten nicht geholfen. Siehe unten.

Übrigens könnten diese Geschwächten viel tun, um sich zu schützen. Sie könnten sich durch Einnahme von Vitamin D3 und Zink, durch Abstinenz von Alkohol und durch andere Maßnahmen schützen. Warum spricht darüber niemand? Vgl. Karen Selick: „Coronavirus Crisis Reopens 150-Year-Old Controversy

Einwand: Es ist zynisch zu sagen, diese Leute wären in den nächsten sechs Monaten sowieso gestorben.

Antwort:

1. Selbst unter der Annahme, daß das NCoV relativ gefährlich ist, verlängert der Lockdown das Leben der Risikopersonen nicht, sondern verlängert die Zeit, in der das NCoV im Umlauf ist (siehe unten). Abgesehen davon ist die Einsamkeit für die alten Menschen ein großes Leid, das viele Leben verkürzen wird.

2. Das habe ich nicht gesagt, sondern ich habe gefragt, wie gefährlich das NCoV ist, d.h. wie sehr es einen Menschen krank macht.

3. In jedem Februar bekommen viele Menschen Erkältungskrankheiten. In jedem Februar sterben deshalb viel mehr Menschen als in jedem August. Dabei ist stets ein Mix von Viren vorhanden. Coronaviren haben wohl oft einen Anteil von 15 %. Das heißt, daß es jetzt auch viele andere Viren gibt, welche Risikopersonen in Gefahr bringen können. Es ist irreführend und nicht nützlich, wenn man nun dem NCoV die Schuld allein in die Schuhe schiebt.

Aber die vielen Toten in Italien …

Antwort: Meine These lautet: Die Gefährlichkeit eines Virus ist das Maß, um wie viel es Infizierte kränker macht. Man bestimmt sie, indem man (1) Infizierte untersucht, die sonst möglichst keinen Faktoren unterliegen, die Symptome verursachen. (2) Man untersucht Infizierte, die schwere Symptome haben. Das Ergebnis aus (1) und (2) ist, daß das NCoV nicht besonders gefährlich ist. Wenn nun aus einem Land ein Anstieg der Mortalität der über 65-Jährigen gemeldet wird, sprechen die Ergebnisse aus (1) und (2) dafür, daß der Anstieg der Mortalität hauptsächlich andere Ursachen hat. Bei Italien hat sich gezeigt, daß dort tatsächlich viele andere Faktoren vorlagen. swprs.org hat dazu viele Informationen zusammengetragen.

Und Großbritannien? Der Anstieg einer Mortalitätsrate zeigt nicht, daß ein bestimmtes Virus gefährlich ist. Dazu müssen zuerst die Schritte (1) und (2), also eine Kausalanalyse durchgeführt werden. Dann erst kann man beurteilen, wie viel das Virus zum Anstieg der Mortalitätsrate beigetragen hat. Pointiert gesagt: Ich weiß nicht, was den Anstieg der Mortalität in Großbritannien verursacht hat. Ich weiß nur, durch (1) und (2), daß er nicht wesentlich durch das NCoV verursacht wurde. Zuerst muß man wissen, was das NCoV verursacht und wie gefährlich es ist. Dann kann man herausfinden, ob es zum Anstieg der Mortalität in Großbritannien beigetragen hat. Umgekehrt geht es nicht.

Im folgenden eine Liste der möglicherweise in Italien mitwirkenden Faktoren. Vgl. swprs.org. Jeden Faktor müßte man gründlich empirisch erforschen. Etliche der Faktoren bestanden auch schon in den Vorjahren. Aber sie können einen Zustand erzeugen, in dem geringe weitere Faktoren die Mortalität überproportional ansteigen lassen.

Sind die Maßnahmen trotzdem sinnvoll?

Einwand: Dass das Neue Coronavirus nicht besonders gefährlich ist, erzählen Sie mal einem Vorerkrankten. … Um möglichst vielen dieser Vorerkrankten das Leben zu retten bzw. dies nicht vorzeitig zu beenden und auch Menschen mit anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen noch medizinische Versorgung zu gewährleisten, die im Klinik-Überlastungsfall ebenso lebensgefährdet wären, hat sich die Gesellschaft dazu entschlossen, sich Beschränkungen aufzuerlegen.

Antwort: Wie gefährlich das NCoV auch immer ist, durch die Maßnahmen wird die Infektion nicht verhindert, sondern nur herausgezögert. Das Ziel war, „die Kurve abzuflachen“. Tatsächlich sind die Krankenhäuser gar nicht voll. Nehmen wir mal an, daß das NCoV so gefährlich ist, wie die Regierung es behauptet. Dann wäre es für die Gefährdeten besser gewesen, das Virus sich an den Schulen verbreiten zu lassen und die Werktätigen arbeiten zu lassen, denn es wird nicht ernsthaft bestritten, daß diese Menschen durch das NCoV nicht in großer Gefahr sind. Die Gefährdeten hätte man isolieren können. Dann wäre viel schneller Herdenimmunität entstanden, und das Virus wäre ausgerottet worden. Dank des Lockdowns sind die Gefährdeten dem Virus länger ausgesetzt, dadurch sind sie mehr gefährdet. Siehe hierzu Prof. Knut Wittkowskis Ausführungen. Außerdem könnten sich die Gefährdeten schützen durch Vitamine u.a.

Der Artikel von Paul Robert Vogt

Die unter § 2 genannten acht Punkte stimmen fast alle nicht. Wie kommt der Autor auf diese Annahmen? Ich bitte um Belege und verweise auf die Faktensammlung auf swprs.org.

Selbst wenn diese acht Punkte stimmten, wäre zu beweisen, daß das NCoV die Ursache wäre.

Vogt weist darauf hin, daß auch die Zählung von „Influenzatoten“ nicht immer sorgfältig gemacht wird und daß die Zahlen zu Influenza auch nicht „hart“ seien. Dem stimme ich zu. Ich stütze mich nicht auf solche Zahlen.

In § 3 schreibt Vogt, es gebe „einige Studien und Berichte, welche zeigen, dass auch Kinder an COVID-19 verstorben sind“. Die möchte ich sehen. Ich möchte sehen, welche Vorerkrankungen diese Kinder hatten.

Vogt schreibt: „Ob wegen COVID-19 nun 0.9% oder 1.2% oder 2.3% versterben ist sekundär und bloss Futter für Statistiker. Relevant ist die absolute Anzahl an Toten, die diese Pandemie verursacht. Sind 5000 Tote weniger schlimm, wenn sie 0.9% aller COVID-19-Träger darstellen?“ Antwort: Vogt polemisiert gegen die Verwendung von Statistik, zugleich verwendet aber er eine „absolute Anzahl an Toten, die diese Pandemie verursacht“. Wie ist sie begründet? Und wie stützt diese Zahl die Annahme, daß die Maßnahmen nützlich und gerechtfertigt sind?

Vogt schreibt: „Die lässige Grosszügigkeit, wenn andere sterben, ist in unserer Gesellschaft nicht zu übersehen.“ Antwort: Ich habe auf keiner Seite eine Mitleidslosigkeit beobachtet.

Vogt schreibt: „Gewisse Medien-Artikel und Leser-Kommentare – viel zu viele, meiner Meinung nach – überschreiten bei dieser Diskussion jede Grenze, haben den üblen Geruch der Eugenik“. Antwort: Die Kritik an den Maßnahmen lautet: Das NCoV ist nicht besonders gefährlich; selbst wenn das NCoV gefährlich wäre, brächten diese Maßnahmen nichts, sondern dann sollte man nur die Risikopersonen isolieren und sie stärken; die Maßnahmen zerstören die Wirtschaft. – Was riecht da nach Eugenik?

Vogt schreibt: „Die Aufhebung des „Lock-down“, respektive die Rückkehr zur dem, was wir als normal empfinden, ist sicherlich der Wunsch eines jeden. Welche Schritte bei der Rückkehr zur Normalisierung mit nachteiligen Folgen verbunden sein werden – d.h. mit einem Wieder-Aufflammen der Infektionsrate – kann niemand voraussagen. Jeder Schritt Richtung Lockerung ist im Grunde genommen ein Schritt ins Unbekannte. Wir können nur sagen, was nicht machbar ist: eine aktive Durchseuchung der nicht-Risiko-Gruppen mit dem COVID-19-Virus ist mit Sicherheit ein absolutes Hirngespinst. Es kann nur Leuten in den Sinn kommen, die keine Ahnung von Biologie, Medizin und Ethik haben. [Es folgen fünf Punkte.]“ Antwort: Ich sehe in Vogts Artikel nichts, was ein Argument gegen die Aussagen des Epidemiologen Prof. Wittkowski wäre: Das Virus verbreitet sich zwei Wochen, es ist zwei Wochen auf dem Rückzug, dann ist es fort. Junge und gesunde Menschen haben keine oder milde Symptome, alte Menschen und Risikogruppen sollte man schützen. Eine erneute Verbreitung ist möglich, Schuld daran ist der Lockdown.

Statistik

Es gibt in der Coronadiskussion eine gewisse Fixierung auf eine bestimmte Art von Statistik als Erkenntnismethode. Daher kommt auch die Forderung, möglichst viele Tests durchzuführen. Man will die Gefährlichkeit des NCoV bestimmen, indem man möglichst umfassende Zahlen der Infizierten und der Coronatoten sammelt. Die Unterscheidung verschiedener Kausalfaktoren wird vernachlässigt. Ein Motiv dafür mag eine durch David Hume geprägte Vorstellung von Kausalität oder Bertrand Russells Behauptung, daß der Kausalitätsbegriff eliminiert werden sollte.

In meinem Arikel kritisiere ich die Verwendung von Letalitätsraten und der Zahl der „Coronatoten“ und lege dar, daß für die Bestimmung der Gefährlichkeit zwei Fragen entscheidend sind: 1. Welche Symptome das NCoV treten bei Infizierten auf, die gesund und keinen Faktoren ausgesetzt sind, welche Symptome verursachen könnten? 2. Welche anderen Faktoren liegen bei NCoV-Infizierten vor, bei denen schwere Symptome vorliegen? Die richtige Methode besteht also nicht im Auswerten einer möglichst umfassenden Statistik. Vielmehr muß man an Gruppen, die relativ klein sein können, die Beobachtungen (1) und (2) durchführen.

Wenn man herausfinden möchte, wie viele Lose in einer Lotterie Gewinne sind, dann muß man alle Lose oder eine große Auswahl untersuchen. Je mehr man untersucht, desto verläßlicher das Ergebnis. Aber Kausalerkenntnis funktioniert anders. Der Grund dafür liegt in dem Prinzip GG („Gleiches verursacht Gleiches“), welches ich in meinem längeren Aufsatz in § 6 erläutere:

(GG) Wenn das Ereignis x das Ereignis y verursacht hat, dann verursacht jedes Ereignis, das x gleicht, ein Ereignis, das y gleicht, außer in den Fällen, in denen etwas Zusätzliches wirkt, welches das y-Ereignis verhindert.

Im Kontrast dazu: Wenn ein Los ein Gewinn ist, läßt das keine Rückschlüsse darauf zu, ob ein bestimmtes anderes Los ein Gewinn ist, oder darauf, wie viele andere Lose Gewinne sind.

Ich kann nur nochmal auf meine Kritik an der Vewendung von Letalitätsraten und der Zahl der Coronatoten verweisen. Um die Gefährlichkeit des NCoV zu bestimmen, müssen wir versuchen, die verschiedenen Faktoren zu unterscheiden. Dies tun wir, indem wir Fälle, in denen verdächtige Faktoren vorliegen, aus der Beobachtungsmenge ausschließen.

Vermischtes

Einwand: Als Philosoph können Sie feststellen, dass es eine rege Diskussion über die Gefährlichkeit des Virus gibt, aber mit welchen Mitteln können Sie als Laie entscheiden, welche Seite nun recht hat?

Einwand: Wie können Sie als Laie angesichts der Vielzahl der Meldungen entscheiden, welche der Einschätzungen richtig sind und wie sie gewichtet werden sollen? Ein Problem liegt schon darin, daß die Datenlage unklar ist. Aus der unklaren Datenlage ergeben sich zwangsläufig verschiedene Einschätzungen, die selbst bei eindeutiger Datenlage nicht ausgeschlossen wären. Ohne eigene (sichere) Daten kann unmöglich eine vernünftige Schlussfolgerung gezogen werden.

Antwort: Als Philosoph nehme ich diesen Einwand zur Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, daß Erkenntnis und Wissenschaft nicht nur aus Naturwissenschaft besteht, daß Naturwissenschaft nicht ohne gründliches Nachdenken gelingen kann und daß Naturwissenschaftler mangels Nachdenken manchmal in die Irre gehen. Nur durch Nachdenken kann man erkennen, wie man überhaupt vorgehen sollte, um die Wahrheit in der vorliegenden Frage herauszufinden. Insbesondere Fragen über Verursachung bedürfen des denkerischen Forschens. Ich habe über Jahre philosophisch darüber geforscht, ob, wenn ein Ereignis x einmal ein Ereignis y verursacht, x gleichende Ereignisse immer y gleichende Ereignisse verursachen. Ich behaupte nicht, daß man mir glauben soll, weil ich ein Experte bin, aber ich weise darauf hin, daß Kausalität ein großes Forschungsgebiet der Philosophie ist und daß ein Naturwissenschaftler oder ein Politiker, der nicht gründlich nachdenkt, bei Fragen über Verursachung leicht in die Irre gehen kann. Und daß ein Philosoph hier etwas erkennen kann. Nur durch Nachdenken kann man erkennen, welche Information oder Aussage relevant sind und welche nicht. Durch bloßes Nachdenken sieht man hier, daß die Letalitätsrate nicht erkennbar und die Zahl der „Coronatoten“ irrelevant ist. Durch bloßes Nachdenken erkennt man hier, welche Informationen für die Beruteilung der Gefährlichkeit des NCoV relevant sind. Diese müssen wir dann tatsächlich von Ärzten beziehen.

Mein Artikel beruht auf zwei Prämissen, die nicht philosophisch erkennbar sind: 1. Bei durchschnittlich gesunden Menschen verursacht das NCoV keine oder milde Symptome. 2. NCoV-Infizierte mit schweren Symptomen hatten alle gravierende Vorerkrankungen oder waren anderen relevanten Faktoren ausgesetzt. Einwände gegen meine Argumentation müssen bei diesen Prämissen ansetzen. Bei diesen Prämissen ist meines Erachtens die Datenlage nicht unklar, deshalb ist ein klarer Schluß möglich. Unklar ist sie bei Letalitätsraten und Coronatoten. Genau das habe ich auch behauptet.