Schöpfung und Versammlungsverbote

von Daniel von Wachter
21. April 2020

Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen,
sondern mit Fürsten und Gewaltigen,
nämlich mit den Herren der Welt,
die in der Finsternis dieser Welt herrschen,
mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Epheser 6,12

1. Warum haben wir einen Körper?

In den meisten Ländern der Erde wurden im März 2020 Versammlungsverbote erlassen mit der Begründung, dies sei notwendig, um die Ausbreitung des Neuen Coronavirus zu verlangsamen. Alte Menschen dürfen nicht mehr besucht werden, Kinder nur eingeschränkt miteinander spielen, und es dürfen keine Gottesdienste mehr gefeiert werden.

Überlegen wir – aus christlicher Sicht –, was für eine Welt Gott geschaffen hat und wie sich das Versammlungsverbot dazu verhält.

Gott hat keinen Leib, er ist Geist. Vor der Erschaffung des Universums hat er vielleicht körperlose Engel erschaffen, aber uns und die Tiere hat er mit Körpern geschaffen, und dafür hat er ein Universum mit Sternen und Planeten erschaffen. Einen Körper zu haben, heißt, daß ich viele Dinge, die ich tun kann, nur mithilfe eines bestimmten Stücks Materie tun kann, nämlich mit meinem Körper. Ich kann die Haustüre öffnen, aber im Gegensatz zu Gott kann ich das nicht durch einen bloßen Willensakt in meinem Geist, sondern ich muß meinen Körper zu der Haustüre hinbewegen. Es heißt auch, daß mein Bewußtsein auf meinen Körper und mein Körper auf mein Bewußtsein wirken. Mein Körper gibt mich auch eine Lokalisierung im Raum. Ich bin da, wo mein Körper ist. Wir können erahnen, warum Gott uns und den Tieren Körper geschenkt hat. Dies erweitert unsere Handlungsmöglichkeiten. Ein Kind lernt durch Erfahrung, daß das Glas auf den Boden fällt und zerbricht, wenn man es vom Tisch zieht. So lernen wir, was für Handlungen was für Folgen haben. Wir können Absichten und Ziele formen und durch unsere Fähigkeiten und unser Wissen über das Verhalten der Materie diese Ziele erreichen. Gott hat auch die Materie so geschaffen, daß wir daraus wunderbare Maschinen und Geräte bauen können. Er hat uns das Erdöl geschenkt und all die Stoffe, aus denen wir Computer und Autos bauen können. Auch Malerei, Skulptur und Musik hat er durch die Materie und den Körper ermöglicht.

Ein wesentlicher Aspekt unserer Körperlichkeit ist, daß wir uns durch unsere Körper anderen Menschen annähern und uns von ihnen entfernen können. Wir können durch unsere Körper mit ihnen kommunizieren. Wir spüren, daß auch die anderen eine Seele und Gedanken haben. Wir erblicken sie in ihren Augen, erlangen Einblick in ihre Seele. Wir erkennen an ihren Körperbewegungen ihre Absichten und Handlungen. Wir können einander die Hand geben, umarmen oder auch prügeln.

2. Online-Gottesdienste

Die Vielfalt der Weisen, auf die wir durch unsere Körpern mit anderen Menschen und mit anderen Dingen interagieren, ist wunderbar. Das ist ein wesentlicher Teil der Schöpfung. Im Gottesdienst wirken diese mit. Es ist zwar schön, daß wir nicht nur auf dem Berg Garizim oder in Jerusalem (Johannes 4,20) und nicht nur an heiligen Orten und nicht nur mit Priestern, sondern überall Gott begegnen und Gottesdienst feiern können, aber dennoch fehlt einem Online-Gottesdienst viel, nämlich all die Dinge, die es in einer nichtmateriellen Welt nicht gäbe. Ich überlasse es hier dem Leser, darüber nachzudenken, was alles fehlt. Deshalb dürfen Christen den Gottesdienst nicht vernachlässigen, und Menschen dürfen Gottesdienste nicht verbieten. Deshalb wollen Feinde des Evangeliums Gottesdienste verbieten.

3. Rebellion gegen die Schöpfungsordnung

Eine Art der Feindschaft gegen Gott ist die Feindschaft gegen die Schöpfung und gegen die Schöpfungsordnung. Sie tritt in vielfältiger Weise auf. Bei den gnostischen Katharern im 12. Jahrhundert trat sie in der Lehre auf, daß die Welt nicht von Gott, sondern von einem Dämon erschaffen wurde. Ein guter Gott würde so eine Welt nicht schaffen, dachten sie. Mal kam es in solchen Gruppen zur Lehre, man solle nicht heiraten, mal zu Weibergemeinschaft und sexueller Zügellosigkeit – so oder so eine Rebellion gegen Gottes Ordnung.

Auch heute sehen wir diese Rebellion gegen Gottes Ordnung, beginnend mit der französischen Revolution, dann in den verschiedenen Erscheinungsformen des Sozialismus. Rebellion gegen Familie, Moral und Eigentum tritt dort auf, damals wie heute.

Wir beobachten gerade Weiterentwicklungen dieses Hasses auf die Schöpfung und auf Gottes Ordnung. LGBT und Gender Mainstreaming sind solche Weiterentwicklungen. Der Gedanke, daß ein Mensch nicht mehr an sein Geschlecht gebunden ist, ist für diese Menschen der Himmel auf Erden.

4. Die neueste Form der Rebellion gegen die Schöpfungsordnung

Eine neue Form der Feinschaft gegen Gott liegt vor in der Vorstellung vom Menschen als Schädling auf der Erde. Die Möglichkeiten, die Gott in die Schöpfung gelegt hat, damit wir sie nutzen und uns an ihnen freuen, werden gehaßt. Statt „Seid fruchtbar und mehret euch und machet euch die Erde untertan“ wollen diese Menschen genau dies nicht. Bildet keine Familien, sterilisiert euch, treibt Kinder ab, wählt euer Geschlecht und produziert kein CO2 mehr, d.h. nutzt das Feuer nicht mehr. Diese „Herren der Welt“ wollen dem Menschen das Feuer wieder wegnehmen, das in der griechischen Mythologie Prometheus den Menschen gebracht hatte. Diese „Herren der Welt“ wollen, so sagen sie es heute ganz offen, durch Impfungen und andere Weisen die Weltbevölkerung reduzieren. Sie wollen – das ist zahlreich bezeugt, und das bringt uns näher an Offenbarung 13 – eine Weltregierung und den Menschen Chips einsetzen. Daß dies als „Verschwörungstheorie“ bezeichnet wird, bestätigt diese Befürchtung eher als daß es sie entkräftet.

Die Aversion gegen die Schöpfung und die Körperlichkeit zeigt sich auch in den als „Transhumanismus“ bezeichneten Gedanken. Mensch und Technologie sollen verschmolzen werden. Die Grenzen des Körpers sollen durchbrochen werden. Der von Gott geschaffenen Welt mit Materie und Tieren und Menschen mit Körper und Seele wird eine Welt gegenübergestellt, in der es keine Seelen gibt, sondern Maschinen in den menschlichen Körper und in das Bewußtsein hineinwirken und Körper und Bewußtsein auf Maschinen einwirken. Die Maschine ist nicht mehr ein Werkzeug, das zu erbauen Gott durch die wunderbare Schöpfung ermöglicht hat, sondern sie wird ein Teil des Körpers – nein, durch sie haben wir keinen Körper mehr, sondern es gibt nur noch Prozesse in einer vollständig materiellen Welt. Der Mensch, wie das Christentum ihn sich vorstellt mit Körper und Seele, verschwindet. Gleichzeitig wachsen die Maschinen an Intelligenz. Die „Herren der Welt“ gehen davon aus, daß es keine Grenzen gibt, was Maschinen können. Maschinen können das Gleiche wie Menschen, denn beides sind materielle Gegenstände. Ja, Maschinen werden bald viel mehr können als Menschen, sie werden „Superintelligence“ haben.

5. Warum Social Distancing?

Hier paßt auch das Social Distancing hinein. Weg mit dieser Vorstellung von aus Seele und Körper bestehenden Menschen, die mit Vernunft und Willensfreiheit begabt sind und die sich in die Augen schauen, sich umarmen und sich prügeln. Es soll keine Geschäftsreisen, keine Konzerte und inbesondere keine Gottesdienste mehr geben. Derzeit sehen wir lauter apokalyptische Zitate: Eine Hand – sichtbare Teile von ihr sind die WHO und Bill Gates – bewegt alle Regierungen dazu, Versammlungsverbote zu erlassen. Diese Hand will die Welt regieren. Die Behörden und die Polizei lassen sich anscheinend jederzeit für einen Polizeistaat verwenden. Als in den letzten Tagen Polizisten Spaziergänger drangsalieren, riefen Bürger ihnen zu: „Schämen sie sich nicht?“ Aber das tun anscheinend weder die Polizisten noch die Politiker und die Beamten, welche solche Vorschriften erlassen. Ideen von Armbändern oder Chips, welche die Gesundheit und die Impfgeschichte jedes Menschen überwachen, werden aufgeworfen. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich auszudenken, was diese Chips noch können könnten. Über Impfungen könnte man den Menschen Chips einpflanzen, fruchtbarkeitshemmende Stoffe, das Gehirn und den Verstand verändernde oder beschädigende Stoffe (einige Ideen dazu finden sich in Aldous Huxleys „Brave New World“) oder auch einfach giftige Stoffe einflößen. Schon durch die „Energiewende“ und die „Klimakatastrophe“ (und durch die Senkung des Zinses) hat man die Zerstörung der Wirtschaft eingeleitet, aber durch den Lockdown kann man das viel schneller erzielen. Man müßte ihn nur noch ein halbes oder ein ganzes Jahr aufrecht erhalten, um die Wirtschaft ganz zu zerstören. Damit erreicht man das Ziel, das Eigentum abzuschaffen und Wirtschaft staatlich mit einer Diktatur zu betreiben, das auch der Marxismus-Leninismus verfolgt. Die Aversion gegen die Schöpfung, gegen die Ordnung und gegen Gott selbst würde mehr befriedigt als je zuvor.

6. Was sollten Christen jetzt tun?

Christen sollten jetzt Gottesdienste halten, um dem Bösen die Gemeinschaft und das Gebet der Gläubigen entgegenzusetzen. Das Vorhaben der „Herren der Welt“ droht zu scheitern, denn zu dreist sind sie vorgegangen und zu durchsichtig ist der Coronavirus-Vorwand. Immer größer wird die Schar derer, die ihn nicht mehr glauben. Viele Nichtchristen und auch einige wenige Christen erkennen die satanischen Machenschaften und nennen sie „satanisch“ und verweisen auf Offenbarung 13. Sie kämpfen dagegen und für die Wahrheit. Es tobt ein Kampf, dessen Ausgang offen ist.

Es wäre ein fataler Fehler, jetzt anzunehmen, daß die Zukunft festgeschrieben sei, so wie ein Theaterstück auf Papier festgeschrieben ist. Das Neue Testament hat uns vor bösen Entwicklungen in der Zukunft gewarnt, damit wir uns dafür rüsten und dann gut kämpfen können. Gott will, daß die Menschen und insbesondere seine Kinder wachsam, fleißig und tapfer sind und für das Gute kämpfen – in dem Wissen, daß Gott der allmächtige ist und einst der Herr wiederkommen wird.

Es könnte jetzt weiter ein Polizeistaat und eine Weltregierung aufgebaut werden, diese Vorhaben könnten aber, mit Gottes Hilfe, wegen des Widerstandes und der durch das Internet und durch den von Gott gegebenen Verstand ermöglichten Verbreitung der Wahrheit auch scheitern. Dadurch könnten mehr Menschen aufwachen, so daß die „Herren der Welt“ einen ernsten Rückschlag erleiden, über den der Himmel und die meisten Menschen sich freuen würden.

Was ist nun das Gebot für die Christen? „Ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget.“ (Epheser 6,13) Drei konkrete Schritte:

1. Offenbarung 13,9 ermahnt die Christen: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Wir haben einen freien Willen, uns treiben zu lassen und der Regierung und den regierungsnahen Medien zu glauben und zu glauben, daß die Regierung nur unser Bestes will – oder zu forschen und den Verstand einzuschalten.

2. Etwas gegen das Böse und die Lüge und für das Gute und die Wahrheit tun. Was zu tun ist, das muß jeder selbst überlegen, aber zu forschen und die Wahrheit zu verbreiten, gehört auf alle Fälle dazu.

3. Beten. Viele brauchen unser Gebet: Die unter Einsamkeit Leidenden; die Inhaber kleiner Betriebe; die Inhaber großer Unternehmen; diejenigen Politiker, die zumindest in einer Ecke ihres Herzens das Böse bekämpfen wollen; alle, die sich für die Wahrheit einsetzen. Im Kampf gegen die „Herren der Welt“ und die „bösen Geistern unter dem Himmel“ vermag das Gebet viel: sie und ihre vielen kleinen Angestellten werden dadurch geschwächt, und Gott läßt sich durch Gebete dazu bewegen, sie in die Schranken zu weisen. Und jeder braucht für sich das Gebet, damit er wachsam bleibe und nicht der Lüge zum Opfer falle.